Unseren Muskeln sind auch gestresst

 

von Alfredo Cabezas, aus dem Spanischen übersetzt von Alexandra Berger

 

27.10.2017

 

 

 

Wir sind jeden Tag hohen Belastungen und Anforderungen ausgeliefert. Kurzum jeder von uns hat Stress. Sei es familiär, beruflich oder persönlich. Unser Alltag fordert viel und häufig denken wir vielleicht auch darüber nach, wie wir diesen Stress reduzieren können. Oftmals führen wir dadurch falsche Bewegungen durch, sind nicht achtsam genug mit unserem Körper, der Atem wird flacher und der Schlaf immer unruhiger. Wir glauben, dass all unsere Probleme uns nur psychisch belasten und unseren Verstand beeinflussen. Doch bei genauerer Betrachtung geht eine mentale Belastung immer mit einer körperlichen einher. Wer kennt es nicht, bei Aufregung, Stress oder Wut sind wir manchmal außer Stande einen klaren Gedanken zu fassen. Wir fühlen uns müde, rastlos, überfordert. Bei Überforderung sendet das Gehirn Stresshormone aus, die den ganzen Körper auf die folgende Situation vorbereiten soll. Es signalisiert Gefahr, wir spüren Adrenalin durch unseren Körper fahren, das uns aus evolutionsbiologischer Sicht auf Flucht oder Abwehr vorbereitet. Natürlich sind diese Reaktionen in heutiger Zeit nicht mehr angebracht, doch unser Gehirn ist darauf programmiert und sendet Stresshormone durch den ganzen Körper. Wir spüren innere Anspannung und Unruhe. Die Wirkung von Stress verursacht hohe Spannungen in unserer Muskelstruktur. „Neuromuskuläre Blockade“

 

 

 

Diese muskulären Bereiche können für eine lange Zeit unter einer konstanten Kontraktion erhalten bleiben; dies jedoch führt zu einem Verlust der Funktion dieses Muskels und daher zu Schmerzen. Folglich spüren wir Verspannungen, wenn wir gestresst sind.

 

Um diesen Prozess zu regulieren ist das parasympathische System verantwortlich. Es aktiviert jene Muskelbereiche, deren primäre Funktion es ist, unseren Körper zu schützen.

 

Zu dieser Art von muskulärer Dysfunktion können wir sagen, dass es sich um eine neuromuskuläre Störung handelt. Was in unserem Kopf passiert, beeinflusst auch die Muskeln dieser Bereiche, in denen wir mehr Schmerzen haben: Schultern, Nacken und unterer Rücken.

 

Diese Muskeln ermüden viel schneller und können sich nicht richtig bewegen. Was ist die Lösung? Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in „The Clinical Journal of Pain“, fand heraus, dass schlechter oder unzureichender Schlaf häufige Ursache von Schmerzen im Nackenbereich verursacht.

 

Diese Beziehung zwischen zu wenig Schlaf und dem neurologischen Mechanismus, der den Schmerz verarbeitet, eröffnet uns einen Weg in die wahren Ursachen der meisten Rückenschmerzen. Oftmals genügt uns ausreichend Erholung und eine bessere Schlafqualität, damit wir uns besser und schmerzfrei fühlen. Stress und seine Symptome sind Zeichen deines Körpers, dass er Ruhe braucht.

 

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